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Verhaltenstipps für Angehörige von Burnout-Patienten

Dieser Artikel begründet sich auf Erfahrungswerte. Ob dies bei Ihnen zutrifft, können nur Sie entscheiden. Bitte beachten Sie aber, dass es in jedem Fall ratsam ist einen Arzt aufzusuchen.

 

Der Burnout eines Angehörigen fordert Mut und Entschlossenheit

Der Burnout eines Menschen fordert vom Angehörigen Mut und Zuversicht.

Ein Burnout stellt nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für die Angehörigen eine große Belastung dar. Partner leiden häufig gleich doppelt darunter. Einerseits wendet sich der Erkrankte aufgrund des Burnout-Syndroms häufig von ihnen ab oder wechselt zwischen Zuneigung und Ablehnung, sodass die Partner sich über die Gefühle des anderen nicht mehr im Klaren sind. Andererseits müssen sie quasi tatenlos dabei zusehen, wie sich der physische und psychische Zustand einer geliebten Menschen merklich verschlechtern. Da die exakte Diagnose eines Burnouts vor allem für medizinische Laien sehr schwierig ist, können Angehörige häufig nur vermuten, dass Partner von der Krankheit betroffen sind – sicherstellen kann dies nur ein Arzt. Wenn Sie sich fragen, wie Sie Ihrem von Burnout betroffenen Partner helfen können und wie Sie sich am besten ihm gegenüber verhalten sollen, bieten Ihnen folgende Tipps eine erste Hilfe.

 

Tipp 1: Seien sie sanftmütig und positiv

Dies kann wohl als die wichtigste Verhaltensregel bezeichnet werden. Ein Burnout hängt häufig mit starken Selbstzweifeln zusammen, Betroffene möchten sich eine Überlastung nicht eingestehen, machen sich aber gleichzeitig selbst Vorwürfe, nicht genug zu leisten und niemanden zufriedenstellen zu können. Das Schlechteste, was Sie in diesem Fall tun könnten, wäre, Ihren Partner in diesem Denken zu unterstützen. Daher sollten Sie – auch wenn es verständlicherweise häufig schwerfällt – auf keinen Fall wütend oder vorwursfvoll mit ihm sprechen. Gehen Sie daher bei Gesprächen auf die Probleme Ihres Partners ein und zeigen Sie Mitgefühl und Verständnis. Gegenteiliges Verhalten führt häufig eher zu einer Abwehrreaktion bei Betroffenen, sie wenden sich von ihren Partnern ab und gestehen sich ihre Probleme nicht ein, da dies in ihren Augen ein Anzeichen von Schwäche bedeuten würde. Um die Selbstzweifel Ihres Partners zu entkräften, sollten Sie ihn zudem häufig loben. Zeigen Sie ihm, welche Eigenschaften Sie an ihm schätzen, auf welche seiner Leistungen Sie stolz sind und erinnern Sie ihn daran, was er bisher geleistet hat.

 

 

Tipp 2: Informieren Sie sich

Um gegen ein Burnout aktiv vorzugehen, müssen Erkrankte zunächst erkennen, dass sie ein Problem haben. Da sie sich dies aber in der Regel nicht eingestehen werden, ist es vor allem an den Angehörigen, den Betroffenen darauf aufmerksam zu machen, was mitunter eine lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Hierbei sind zudem viel Fingerspitzengefühl und Verständnis gefragt, denn Sie können nur verständnisvoll auf die Probleme Ihres Partners reagieren, wenn Sie wissen, mit welchen Gefühlen und Gedanken er sich auseinandersetzen muss. Daher sollten sich Angehörige ausführlich über das Krankheitsbild informieren, um den Erkrankten Schritt für Schritt, mit Verständnis und Geduld, aber auch logischen Argumenten auf seine Problematik aufmerksam zu machen und ihn während seiner Krankheit zu begleiten. Zur Information stehen Ihnen viele Quellen offen, das können beispielsweise sein:

  •         ein auf Burnout spezialisierter Arzt
  •         Bücher und Zeitschriftenartikel zum Thema
  •         Selbsthilfegruppen für Burnout-Kranke und Angehörige
  •         themenspezifische Internetforen und Diskussionsplattformen

 

 

Tipp 3: Verbringen Sie Zeit mit Ihrem Partner

Vor allem auf die Arbeit fixiert, ziehen sich Burnout-Kranke häufig aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Sie vernachlässigen dabei nicht nur Ihre Partner, sondern auch Freunde und Familie. Um dieser Vereinsamung entgegen zu wirken, versuchen Sie, Ihren Partner zu Unternehmungen zu überreden. Dabei sollte es sich nicht direkt um eine große Party oder ein Familientreffen handeln, auch ein Spaziergang zu zweit, mit den Kindern oder ein Treffen mit engen Freunden im kleinen Kreis reicht bereits aus. Zeigen Sie Ihrem Partner, dass es Menschen gibt, die etwas mit ihm unternehmen möchten und denen etwas an ihm liegt, um ihm seine Selbstzweifel zu nehmen und ihn aus seinem Tief zu holen. Häufig wird der vom Burnout betroffene Partner wahrscheinlich ablehnen, zeigen Sie hier aber Beharrlichkeit und Ausdauer, indem Sie es nicht bei einem Versuch belassen. Geben Sie nicht direkt auf, bleiben Sie aber stets ruhig und üben Sie keinen Druck auf Ihren Partner aus – versuchen Sie es lieber ein paarmal bei verschiedenen Gelegenheiten, als auf einer einzelnen Unternehmung zu beharren.

 

 

Tipp 4: Suchen Sie professionelle Hilfe

Die Heilung eines Burnout ist ein komplizierter Prozess, der mitunter viel Zeit erfordert, allein schon deshalb, weil der Betroffene selbst maßgeblich aktiv daran beteiligt sein muss. Burnout umfasst zudem viele Symptome auf unterschiedlichen Ebenen, sodass es schwer ist, eine genaue Diagnose zu stellen. Angehörige können und sollten vor allem der Rat eines (spezialisierten) Arztes in Anspruch nehmen, um ihre Vermutung eines Burnout beim Partner zu bestätigen oder entkräften. Der Rat des Arztes, seine Praxis aufzusuchen, kann für Betroffene ein Schritt zur Erkennung des eigenen Problems sein. Ein Arzt kann zudem auch den Angehörigen in seinem weiteren Vorgehen und Verhalten dem Partner gegenüber beraten. Gemeinsam kann erörtert werden, wie der Burnout bekämpft und der Betroffene von einer ärztlichen Behandlung überzeugt werden können. Auch Selbsthilfegruppen dienen nicht nur der Informationsbeschaffung, der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen sowie Experten kann überaus hilfreich dabei sein, mit dem eigenen Partner richtig umzugehen. Außerdem zeigen diese Gruppen den Angehörigen auf, dass sie mit ihrem Leid nicht allein sind und dass es überwunden werden kann. Professionelle Hilfe ist unbedingt nötig, denn eine wirkungsvolle Therapie können Sie Ihrem Partner nicht alleine bieten, da auch Sie Erholung benötigen und einen Therapeuten letztlich nicht ersetzen können.

 

 

 

Tipp 5: Seien Sie geduldig

Ein Burnout ist eine schwere Zeit für alle Beteiligten. Auch trotz eines ruhigen, verständnisvollen Verhaltens kann es vorkommen, dass der Betroffene sich von seinem Partner und seiner Familie abkapselt. Dies muss jedoch kein dauerhafter Zustand sein, hier ist vor allem Geduld gefragt. Unterstützen Sie Ihren Partner auch, wenn er sich von Ihnen zurückzieht, versuchen Sie nicht, ihm ein schlechtes Gewissen oder Vorwürfe zu machen. Besprechen Sie die Problematik mit einem Arzt, Verwandten oder auch engen Freunden und versuchen Sie weiterhin, Ihren Partner sanft  dazu zu bewegen, etwas gemeinsam zu unternehmen. Mit der Hilfe von außen kann das Ausbrechen aus dem Burnout-Tief gelingen, arbeiten Sie daher gemeinsam mit Ihrem Partner daran.

 

Gelassenheit für Burnout-Patienten und deren Angehörigen

 


Kommentare

Barbara 5. September 2016 um 22:05

Vielen Dank für diese Tipps. Er sollte den Ehepartnern ausgehändigt werden, sobald ein burn out diagnostiziert wird.
Mein Mann war in Kur und kurz in Therapie. Dann meinte er, dass wieder alles in Ordnung sei. Ich sehe das nicht so, wir streiten uns heftiger denn je, ohne jemals zu einem Konsens zu kommen. Bei uns geht das jetzt schon 2 bis 3 Jahre so, ich bin manchmal echt am Ende, kapsle mich ab, weil er es schlimm findet, wenn ich mich anderen anvertraue. Ich mache es trotzdem, weil sonst könnte ich es nicht aushalten. Ich war beim Arzt, Therapeuten, Sozialarbeiter und alleine bei einer Eheberatung. Niemand hatte so klare Worte und Tipps wie Sie.
Viele der oben genannten Experten sagen, wir sollen eine Eheberatung aufsuchen. Sicher als Begleitmassnahme eine nette Idee. Aber ich bin mir sicher, dass wir ohne burn out automatisch wieder normal reden könnten und uns nicht streiten würden.
Mein Mann ist beratungsresistent, wenn ich ihn darauf hinweise, dass er immer noch burn out hat. Er wird dann fast aggressiv, aber auf jeden Fall gemein. Der Sozialarbeiter von ihm meint, ich solle mein Ding machen, ihn nicht therapieren versuchen (was ich nicht mache, ich will ihm ja nur klarmachen, dass er krank ist und Hilfe braucht) und eben warten, bis ein nächster Zusammenbruch kommt. Fand ich jetzt kein brauchbarer Rat als Angehörige. Erstens will ich nicht wissen, wie dieser Zusammenbruch aussehen soll, zweitens gehe ich sehr am Zahnfleisch, gerne hätte ich einen Lichtblick am nicht enden wollenden Horizont. Viel lieber hätte ich von so einem Experten erfahren, wie so ein Mann tickt und was er braucht.
burn out ist für den Betroffenen sicher kein Zuckerschlecken. Aber das Leiden des Angehörigen liegt auf Augenhöhe, das wird immer noch verkannt. Er müsste viel mehr in die Behandlung integriert werden, das hätte mir gut getan.
Ich werde jetzt nochmals versuchen, geduldig zu sein und mich auf ein gutes Ende konzentrieren.
Hätten Sie einen Buchtipp, welches ich ihm an die Hand geben kann? Ein Buch, das aufzeigt, dass Eheprobleme und ungenügende Konfliktbereitschaft ein Indiz für burn out ist. Und wie man aus dem burn out wieder rauskommt. Wo auch Ihre Tipps wiedergegeben werden. Wo er sich verstanden fühlt und nicht kritisiert oder angeprangert. Sie wissen ja, wie sensibel solche Menschen sind, die verstehen ja alles immer gleich als Kritik ihrer Persönlichkeit. Wäre es eine gute Idee, ihm ein solches Buch zu geben? Bei den meisten Büchern, die ich zu dem Thema bisher gelesen habe, war ich mir da nicht sicher.

Viele Grüsse
Barbara

Antworten

Silke 6. Februar 2017 um 9:25

Hallo Barbara.
Ich bin 42 Jahre und mein Mann hat ebenfalls einen Burnout. Er ist seit 5 Wochen in Behandlung in einer Klinik . Er ist im November das erste mal auf der Baustelle zusammengebrochen und Anfang Januar war dann entgültig Schluss. Unsere Kinder 13 und 15 Jahre und ich mussten mit ansehen wie er völlig Zusammenbrach. Mit dem Notarzt wurde er dann in die Klinik gebracht. Wenn ich überlege war das ganze Jahr 2016 ein Drama. Ich dachte mein Mann mag mich nicht mehr weil er sich immer mehr zurückzog von uns . Er hatte kein gutes Wort mehr , kapselte sich ab und war oftmals richtig böse. Wenn ich überlege waren so viele Anzeichen und ich habe sie falsch gedeutet. Er hat einen Führungsposten und wenn er mal was erzählte hab ich mir nur gedacht wie kann man so mit den Leuten umgehen. Ich habe zwar meine Meinung gesagt aber er hat es nicht zählen lassen. Ich habe oft gefragt was los sei ob ich was falsch mache , aber ich bekam keine richtige Antwort. Heute weis ich was los war. Es ist aber verdammt schwer für uns zuhause. Wir werden nicht einbezogen in die Behandlung. Er will nicht reden über die Therapien da er sagt es reicht wenn er einmal alles erzählen muss. Er will es mir nicht nochmal erzählen. Er ist in der Klinik und ich mit den zwei Mädels daheim. Das finanzielle belastet da wir noch das Haus abbezahlen. Ich kann ihn aber nicht damit belasten, da er eh genug mit sich zu tun hat. Natürlich streiten wir auch da er immer sagt ich verstehe ihn nicht. Manchmal kann ich ihn einfach nicht aufbauen und dann kommen auch Vorwürfe meinerseits. Ich weis das ist sehr schlecht , aber oft kann ich einfach nicht mehr. Er sagt er hat einen richtigen Graus vor der Arbeit. Ich weis nicht was wir machen sollen wenn es nicht besser wird. Zu mir wird nur gesagt das braucht Zeit und viel Verständnis. Ich zweifle oft an mir selbst und denke er hat was besseres verdient wie mich, mit mehr Verständnis und mehr Geduld. Aber bevor die Krankheit erkannt wurde war der Weg sehr hart und steinig.

Antworten

Bianca 19. Oktober 2016 um 14:31

Ich bin sehr hilflos…mein Partner, mit dem ich seit 3,5 Jahren zusammen bin und seit gut einem Jahr zusammenlebe, hat mir vorgestern abend ‚offenbart‘, dass es ihm nicht gutgehe und er nicht glücklich sei. Auf mein Nachfragen sagte er, dass er nichts mehr für mich fühle.

Mein Partner ist ein sehr verschlossener Mensch, der alles mit sich selbst ausmacht. Das wurde ihm seiner Kindheit so beigebracht; auch dass man als Junge/Mann keine Schwäche zu zeigen hat.

Er ist beruflich übermenschlich stark eingespannt- er ist Geschäftsführer bei einer Fleischerei mit mehreren Filialen. Er steht um 5 Uhr im Geschäft und ist im besten Fall um 18 Uhr wieder in der Wohnung.

Er steht also seit 2 Jahren ständig unter Volldampf, hat die Verantwortung für 80 Mitarbeiter und selbst Samstag dauert der Arbeitstag bis halb 4.
Er ist körperlich topfit und belastbar.

Unsere Beziehung ist eine, für mich, echte Traumbeziehung. Wir verstehen uns super, lachen und albern viel miteinander, haben die gleichen Interessen und auch sexuell läuft es super. Wir haben uns in den Jahren unserer Beziehung erst zweimal gezofft….und selbst das war ganz schnell erledigt.

Als er mir Montag sagte, dass er nichts mehr für mich fühle, bin ich aus allen Wolken gefallen. Ich bin ein relativ emotionaler Typ, versuche mir aber das Verhalten von meinen Lieben immer irgendwie zu erklären.
Daher bin ich weder in Tränen ausgebrochen noch habe ich gebrüllt.
Ich habe mir seine Worte gut angehört, ein paar Fragen gestellt und versucht das Ganze zu verdauen.

Ich habe jetzt viele Stunden nachgedacht, was mit meinem Partner momentan los ist. Es gab NULL Anzeichen vor diesem Montag, dass er nichts mehr für mich empfindet.

Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass er ausgebrannt und leer ist; er sich selbst und daher auch mich nicht mehr fühlt.
Er funktioniert nur noch….Jeden Tag aufs Neue.
Man sollte vielleicht noch wissen, dass er schon Bewerbungen auf dem Weg hat und er definitiv nicht in diesem Betrieb bleiben möchte.
Auch meine Situation ist so, dass ich auf der Suche nach einem Job bin. Momentan und für den Übergang mit ihm im Betrieb arbeite und den kaufmännischen Teil mache.

Ich fühle mich wie betäubt und innerlich ‚tot’…Kann nicht schlafen, nicht essen. Das ist die eine Seite. .

Ich habe ihm sehr klar, aber behutsam gesagt, dass ich ihn liebe und ich ihm sogar glaube, dass er mich im Moment nicht fühlt. Das aber der gesamten beruflichen Situation geschuldet ist.
Ich empfinde das als Ausnahmezustand, der aber mit einem Jobwechsel ( von uns beiden ) erledigt sein wird.
Ich habe ihm ganz klar zu verstehen gegeben, dass ich da bin und der ganze Stress bald beendet sein wird und ich der festen Überzeugung bin, dass wir unsere Beziehung nicht einfach hinwerfen sollten.

Er ist sehr still, hat mir aufmerksam zugehört und hatte Tränen in den Augen.
Ich möchte ihm nicht noch mehr Druck machen, sondern habe beschlossen, den Alltag zunächst einmal ’normal‘ weiterzuführen… gemeinsame Mahlzeiten, abends zusammen auf dem Sofa fernsehen….

Er soll wissen, dass ich da bin und ich hoffe, im Laufe der nächsten Zeit Gespräche mit ihm führen zu können und ggf. Hilfe in Anspruch nehmen zu können.
Im allerbesten Fall- und so sieht es tatsächlich aus- wird er in den nächsten Wochen einen neuen Job annehmen.

Aber ich stelle mir immer wieder die Frage….1000 Mal am Tag:

Wie gehe ich richtig mit ihm um?

Antworten

B.Hinte 20. Juli 2017 um 0:11

Hallo Bianca ..ich heiße auch Bianca . ich werde aber lieber bibi genannt ..ich habe gerade so rumgestöbert und bin auf deinen Beitrag gestolpert …wie geht es Dir
Heute … Ich hatte das Gefühl das du ausgebrannt bist …nicht dein Mann . mir geht es im Moment genau so ..also ich habe leider den Stress lgb

Antworten

Sandra 4. Oktober 2017 um 12:45

Liebe Bianca
Wie ist die Geschichte weitergegangen? Als ich deinen Beitrag las, war es als ob ich es schreiben würde. Genau dieselben Anzeichen. LG Sandra

Antworten

Monika 20. Dezember 2016 um 20:12

mein Partner hat sich vor einigen Wochen von mir getrennt. Ohne Vorwarnung, ohne Streit, ohne Erklärung. Kam heim, sagte er ziehe aus, und war weg. Seit dem haben wir keinen Kontakt. Die letzten Monate waren geprägt von beruflichem Stress und wir hatten kaum Zeit für Privates. Auf der suche nach einer Erklärung für das vollkommen untypische Verhalten bin ich auf Burnout gestoßen. Im Nachhinein erkenne ich viele Symptome in seinem Verhalten wieder. Er hat niemanden der ihm nahe steht, soll ich Kontakt zu ihm aufnehmen um ihm von meinem Verdacht erzählen / schreiben? oder geht mich das alles nichts mehr an? gibt es nach Therapie/Heilung – falls mein Verdacht überhaupt stimmt – die Chance die Beziehung wieder aufzunehmen? oder ist das hoffnungslos?

Antworten

Manuela 29. Mai 2017 um 17:57

Hallo ihr Lieben
Ich stehe auch gerade ratlos vor den Scherben meiner Beziehung:(
Mein Mann war eine Woche segeln und ich dachte es tankt ihn auf. Voller Hoffnung, das alles besser wird nach sehr anstrengenden Monaten sagte er mir bei seiner Rückkehr er weiß nicht ob unsere Beziehung noch Sinn macht. Oder ob er den Schalter noch umlegen kann. Gehen soll ich aber auch nicht und als ich völlig aufgelöst war saß er ratlos an meiner Seite. Er wäre am liebsten allein und er liegt am Boden sagt er.
Ich bin ratlos denn ich glaube an uns es war noch nie so krass. Ich weiß gar nichts mehr es passt nix zusammen

Antworten

Ratlos 13. Juli 2017 um 11:10

Hallo,
ich habe hier viel gelesen und versucht Antworten zu finden weil mein Partner nicht mit mir spricht und mich nicht sehen will.
Er sagt ist seit Januar in einer Klinik. Erst durfte er keine Besuche haben und jetzt will er von mir keine.
Er sagt auch nicht wirklich wie die Klinik heißt.
wir hatten zwar über Whatsapp Kontakt aber nie ein Wort über seine Krankheit.Am 12.6 sollte er endgültig nach Hause kommen und seitdem ist fast kein Kontakt mehr und er sagt nur ,er braucht noch Zeit und ist nicht so weit.Er liegt nicht an mir

Es macht mich langsam kaputt

könnt ihr mir einen Rat geben
er soll ein Burnout haben

Antworten

Tina 27. Juli 2017 um 19:50

Hallo „ratlos“ 🙂
Ich bin durch Zufall auf die Seite gekommen und die habe mit großer Aufmerksamkeit die ganzen Beiträge gelesen. Ich erzähl einfach mal, evtl. kann ich was beitragen.
Ich lebe seit 2 Jahren mit einem Burnout-Betroffenen zusammen. Ich bin mit meinem Freund zusammen gekommen als er seine schlimmste Zeit hatte und komplett zusammengebrochen ist. Diagnose Burnout. Er hat sich entschieden in eine Klinik zu gehen das ist 15 Monate her. Totale Abgeschiedenheit, 2 Wochen kein Kontakt nach Hause. Er hat mich vorgewarnt,dass er sich selten bis gar nicht bei mir meldet. Tolles Gefühl. Ich dachte nur „na gute Nacht das fängt ja gut an“…Ok ich hab es akzeptiert und ihm gesagt ich bin für ihn da und er soll sich die Zeit nehmen die er braucht und ich nicht böse bin wenn er sich nicht meldet. Ich habe es dann auch verstanden, dass er wirklich wieder zu sich finden muss und das aber nicht kann wenn er von außen Einfluss bekommt.
Ratlos: Versuch deinen Freund zu verstehen und ihm zu glauben dass es nicht an dir liegt. Es liegt wirklich nicht an dir. Er kann im Moment nicht anders. In der Klinik sind ganz scharfe Regeln. Man darf das Gelände am Anfang nicht verlassen. In die Stadt nur mit einer Gruppe…das ist nur ein kleiner Einblick. Mein Freund hat sich dann doch öfters gemeldet als ich dachte. Hätte man das Handy bei ihm gefunden hätte er auschecken dürfen. Hört sich sehr extrem an, aber ich bin auch der Meinung Ruhe und Entspannung helfen wieder zu sich zu finden.Nur das war es nicht nur. Es gibt viele Therapien in der Zeit,alles konnte mir mein Freund auch nicht erklären. Ich habe versucht Verständnis zu haben, dass er nicht alles erzählen kann und es nicht persönlich nehmen. Ihr werdet es zusammen schaffen. Gib ihm Zeit. Er darf dir aber nicht weh tun,rede mit ihm und äußere deine Wünsche nicht in Aggression sondern in Wünsche. Mein Freund merkt es gar nicht wie er manchmal mit mir redet und wie er sich verhält und mich damit verletzt. Ja es knallt auch manchmal ganz schön. Alles muss man sich nicht gefallen lassen. Einen Egotripp von meinem Freund akzeptiere ich nur bedingt. Wichtig ist wirklich die Kommunikation und lasst euch die Freiheit. Finde für dich einen Ausgleich was dir Spass macht. Ich weiß reden kann man viel, aber glaub mir ich stecke mitten drin und sehe es im Moment als Lernfeld für mich, dass wenn ich entspannter bin und besser mit den Situationen klar komme auch er mir anders gegenüber sich verhält. Ja ich lasse ihn auch mal stehen und sag ihm ich brauche meine Zeit für mich. Er murrt, aber versteht und akzeptiert es. Ich hoffe es pendelt sich bei dir ein und ihr findet einen Weg zusammen. Wenn du Fragen hast kannst du gerne fragen. Vielleicht habe ich eine Antwort:-). Ich hoffe ich habe nicht zu verwirrt geschrieben….ist doch viel geworden.
Grüße
Tina

Antworten

Tina 17. August 2017 um 14:43

Hallo.
Mein Mann steckt grade mitten in einem Burnout. Ich selber kann bald auch nicht mehr. Wir haben drei kinder und ich versuche seit Monaten bei jedem meine Fassade zu waren. Aber mittlerweile könnte ich nur noch heulen. Vor allem diese ständige Aggressionen und Unterstellungen quälen mich und tun mir unendlich leid für unsere Kinder. Wenn er mal wieder krank geschrieben war geht er einen Tag auf die Arbeit und kann sofort schon wieder nicht mehr. Er ruft mich ständig von der Arbeit an und sagt mir wie schlecht es ihm geht aber ich habe meine ganzen Aufgaben auch noch zu schaffen und kann es bald auch nicht mehr hören. Wir brauchen dringend Hilfe. Nur dauert es alles ewig bis eine Kur mal durch ist. Hat jemand Tipps was ich tun soll?

Antworten

Claire 1. September 2017 um 22:19

Hallo, eine Kur durch zu bekommen dauert nicht lange. Mein Mann ist seit drei Wochen in einer psychosomatischen Rehabilitation. Der Zusammenbruch kam schleichend. Innerhalb von 1,5 Monaten war der Termin da. Mit allem… Beantragen etc. Man muß dazu sagen, das wir einen sehr guten Hausarzt haben, der sich auch in der Zeit um einen akuttermin bei einer sehr guten Psychologin gekümmert hat. Wenn du Fragen hast melde dich

Antworten

Sarah 4. September 2017 um 22:30

Hallo, ich vermute durch vieles lesen und informieren auch, dass mein Mann ein Burn Out hat. Wir sind seit 12 Jahren zusammen, seit 8 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder ( 6,1) und mein Mann ist wie ausgewechselt. Ich kenne diese Phasen schön, in denen er sich dermaßen abkapselt, dass er jegliche Kommunikation verweigert. Er geht früh zur Arbeit, kommt nach Hause, fefez aber einfach nicht mehr, er sprach sich schon für eine Trennung aus, heute entdeckte ich eher zufällig, dass er seine Kündigung geschrieben hat um diese Morgen abzugeben. ….

Er verweigert natürlich jegliche Hilfe, und die Kinder bzw die Große versteht die Welt nicht mehr. bisher habe ich solche Phasen einfach immer „abgewartet“ auch wenn es einen innerlich zerfrisst und kaputt macht, aber ich weiß einfach nicht, wie ich das mit dem den Kindern machen soll. Lasse ich ihn gewähren und suche mir eine eigene Wohnung etc.? so ei kleiner Mensch verkraftet es doch nicht auf Dauer wenn der Papa sie ignoriert und nicht am Familienleben teilnimmt. Ich bin völlig überfordert mit der Situation und habe gar nicht so viele Tränen, wie ich sie vergießen möchte….

Antworten

Gabriele Queck 15. Oktober 2017 um 17:50

Hallo, ich lese eure Beiträge schon ca 5 Monate, da ivh mir immer noch nicht sicher bin, ob mein Mann an Burnout erkrankt ist oder ob er mich einfach nicht mehr will. Ich muss ganz kurz erzählen:
Am 5.5. 17 hat mir mein Mann aus einem Streit heraus gesagt, dass er mich nicht mehr liebt und dieses Leben nicht mehr. Ich war total geschockt und unendlich traurig über diese Aussage. Nach vielen leider nichtsbringenden Gesprächen mit ihm bin ich aus dem Haus ausgezogen. Nicht weil ich das wollte, sondern weil ich vor schmerz nicht mehr konnte. Mein Mann spricht mit Niemandem! über diese Situation. Er hat anfangs immer zu mir gesagt, er kann nicht mehr, er ist leer und er würde lieber mit einem Karton unter der Brücke schlafen, Hauptsache keine Verpflichtungen mehr. Mein Mann ist im Aussendienst tätig und sehr viel unterwegs und muss auch bestimmte Zahlen bringen.
Wir sind 15 Jahre verheiratet und leben 17 jahre zusammen. Wir hatten eine sehr gute Ehe und es war alles ziemlich perfekt . Er war und ist nachwievor die Liebe meines Lebens. Mittlerweile haben wir kaum noch Kontakt. Ich leide immer noch sehr , habe 10 kg abgenommen und vergiesse immer noch viel Tränen. Vor dem 5.5.17 hat er mir noch per sms geschrieben wie sehr er mich liebt und ker den Rest seines Lebens mit mir verbringen will. Von einer Woche auf die andere hat er diese Entscheidung getroffen. Seitdem gab es auch viele Begebenheiten, die einfach nicht zusammenpassen. Er reagiert heute noch auf die Fragen von mir aggressiv und möchte nicht darüber sprechen. Er stegt dann immer auf ,nimmt den Autoschlüssel und will gehen. Ich hab ihn schon darauf angesprochen, dass er an Burnout leidet, aber das streitet er ab . Er hätte es nicht mit dem Kopf. Ich könnte noch ganz viel über sein Verhalten schreiben, was aber eure Webseite sprengen würde. Ein Verhalten was nicht wirklich zu einem passt, der seine Frau nicht mehr will. Er hat auch geweint, aber er redet einfach nicht. Sagt immer nur , dass er dieses Leben nicht mehr will.
Ich weis nicht mehr was ich tun soll. Ich liebe ihn noch sehr , aber ich gehe bald selbst kaputt daran .

L.G. Gabi

Antworten

Melli 3. August 2018 um 14:56

Hallo Gabi,

hat sich bei Euch was verbessert bis heute? Bei uns ist es ähnlich außer das er aktuell in einer Klinik ist.

Lg
Melli

Antworten

Henkel 12. Februar 2018 um 18:36

Hallo, ich bin heute durch Zufall auf die ganzen Einträge gestolpert. Jetzt wird mir so einiges klar oder auch nicht. Bin total hin und her gerissen. Mein Mann hat mir auch nach einem Streit gesagt, er wäre leer und fühlt nichts mehr. Er klopft sich immer vor Verzweiflung mit der Faust auf seine Brust und sagt, ich habe keine Gefühle mehr und kann es nun mal nicht ändern. Das glaube ich ihm auch, denn sein Verhalten ist komplett negativ geworden. Er wird sehr schnell aggressiv, schreit rum. Es würde ihn alles nerven und auf den Sack gehen. Er würde nichts mehr fühlen und hat auch keinen Bock mehr, vorallem alles was mit seiner Familie Zutun hat. Auch sein geliebtes Hobby möchte er aufgegeben nach 30 Jahren, er hätte auch darauf kein Interesse mehr. Ich muss sagen das wir seit 19 Jahren zusammen sind, davon 10 verheiratet und haben 4 Kinder. Ich vermute seine abwehrende Reaktion ist ein Zeichen von Verzweiflung. Ich habe ihn mehrfach gefragt was genau er damit meint? Seine Antwort, ich will dazu nichts mehr sagen, es nervt, er braucht ruhe und es macht ihm selber keinen Spaß, weil er nicht weiß was mit ihm los ist. Auch seine spontanen Ausflüge ( 2-3 Std) mal Auto fahren und mal spazieren gehen. Ich habe immer die Angst da steckt eine andere Frau dahinter. Er streitet es ab und meinte ich soll ihm nichts unterstellen. Ich bin doch auch nur verzweifelt, habe in 3 Wochen 12kg abgenommen weil ich mit der gesamten Situation nicht klar komme. Wie kann ich ihm noch helfen? Jetzt redet er sogar schon, es wäre besser auszuziehen. Er kann doch nicht alles weg schmeißen!

Antworten

Melli 3. August 2018 um 14:53

Hallo zusammen,

ich habe alles gelesen und stelle fest es ist überall gleich. Bei mir ist es nicht mein Mann sondern mein Vater. Meine Mutter leidet ohne Ende. Bei ihm war es auch so das von heute auf morgen alles negativ war für ihn. Er hatte sehr viel Arbeit und einen privaten Hausbau und das war alles zu viel. Natürlich merkte man das er fertig ist aber das es so tiefgründig ist hat keiner gesehen. Auch Aussagen die er traf hat man falsch gedeutet. Er ist aktuell in der Klinik und will keinen Kontakt zu uns. Keiner bezieht uns in die Behandlung ein und man weiß gar nicht wie es weitergehen soll und was er auch will. Es hängt so viel daran, die eigene Firma und das Haus. Man steht vor dem Nichts von heute auf morgen. Wir fühlen uns alle so verlassen und hilflos. Er wollte auch keine Hilfe von uns. Er sagte auch immer er kann nicht mehr und er fühlt nichts mehr und das habe alles nichts mit uns zu tun. Und es ist besser wenn wir keinen Kontakt haben denn das macht ihn nur fertig und blockiert ihn. Wie kann seine eigenen Familie einen blockieren? Hat hier jemand Erfahrung damit? Ist bei irgendwem das ganze schon vorbei? Dazu kam noch das er heimlich mit einer anderen Frau geschrieben hatte, einer alten Freundin. Er sagt aber da läuft nichts, sie verstehe ihn nur und macht ihm keine Vorwürfe. Meine Mutter hat natürlich Angst das er lieber diese Frau möchte als sie. Ich weiß auch nicht mehr was ich denken soll. Und es hilf einem auch niemand weiter. Man ist als Angehöriger völlig allein gelassen. Und ich finde es geht einem genau so schlecht wenn man vor dem Ungewissen steht. Meine Mutter leidet ohne Ende. Die letzten 20 Jahre waren sie ein Traumpaar, die Ehe immer schön. Natürlich gab es mal Streit aber wo gibt es den nicht? Kann hier irgendjemand weiterhelfen wie man sich verhalten soll außer Zeit und Geduld? Wohnt hier jemand zufällig im Raum München oder hat Interesse Erfahrungen auszutauschen. Man ist so hilflos und alleine.
Liebe Grüße
Melli

Antworten

Ramona Poniatowski 11. August 2018 um 9:16

Hallo Melli

Wie deine Mutter stecke ich auch gerade in Situation. Aber ich habe das vor 10 Jahren schon mal durch . Und ich kann eins sagen es ist sehr hart und es zerrt an den nerven. So schwer das für deine mutter ist sie muss ihn bestimmen lassen was wann wo und ob überhaupt. das klingt sehr hart aber es bringt nicht ihn zu fragen warum er das macht da er es selbst nicht weiß. Klar denkt mann manchmal der muss doch antworten haben auf meine fragen, nein die hat er nicht.Versuch momentan dein leben zu leben so gut wie es eben geht. damit er sich nicht noch zusätzlich sorgen um euch macht. das setzt ihn unter druck und damit kann er gerade nicht umgehen. er kommt zurück aber es dauert.

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