Trotz allem: Ja zum Leben

Hilfe für Angehörige von Burnout Betroffenen

Die wichtigste Nachricht für vom Burnout Betroffene und Burnout Angehörige ist, dass das Syndrom heilbar ist und ohne Blessuren für die Familie überstanden werden kann. Der Wermutstropfen lautet, dass leider bei unzureichender Intervention eine Trennung vom Ehepartner/Lebensgefährten droht, was zu den klassischen Burnout-Folgen gehört. Burnout Angehörige sollten sich daher sehr eingehend mit der Problematik befassen und sich auf eine mehrmonatige Dauerkrise einstellen. In dieser Phase erreichen die innerfamiliären Spannungen nahezu täglich ein schier unerträgliches Maß.

Das Verhältnis Betroffener – Angehöriger

Angehörige sind der unmittelbare Nahbereich der Familie, mit der die vom Burnout betroffene Person zusammenlebt. Das Verhältnis zu entfernt lebenden Angehörigen kann in dieser Phase auf Eis gelegt werden, was im Einzelfall hinterfragt werden muss. Wenn das Burnout-Opfer zu Eltern und Geschwistern oder einem nahen Freund ein sehr gutes Verhältnis pflegt, können diese Personen beziehungsweise eine oder zwei Vertrauenspersonen durchaus einbezogen werden, hier ist allerdings das Zeitkontingent aller Beteiligten zu hinterfragen. Burnout entsteht schließlich durch Stress, Ruhe wäre die erste Bürgerpflicht. Zusätzliche Diskussionen mit Mutter und Vater oder Bruder und Schwester könnten den Stress verstärken, wenn diese Personen nicht sehr kompetent reagieren. Zudem kann der Stress aus einem prekären psychischen Familienvertrag resultieren, was bei übersteigertem Leistungsehrgeiz – dem häufigsten Auslöser des Burnouts – per se zu vermuten ist. In diesem Fall kann eine Beziehung zu den Eltern kontraproduktiv wirken, sie kann sich allerdings auch als überaus heilsam erweisen, wenn die Eltern einen Bruch mit früheren Anweisungen – „sei erfolgreich!“ – eindeutig und unwiderruflich vollziehen. Eine noch komplexere Rolle fällt den Schwiegereltern zu, im Zweifelsfall ist von einem Kontakt in der Erkrankungsphase eher abzuraten. Der nächste und am meisten betroffene Burnout Angehörige ist der Lebenspartner, unmittelbar gefolgt von im Haushalt lebenden Kindern und anderen Angehörigen. Das Verhältnis zum Lebenspartner muss von beiden Seiten hinterfragt werden. Handelt es sich um eine stabile, langjährige Beziehung, kann Nähe helfen. Andernfalls wird eher zu gesunder Distanz geraten.

Produktive und kontraprodukte Kooperation

Die Angehörigen, vorrangig die Ehe- oder Lebenspartner, kooperieren in jedem Fall mit dem Burnout-Kranken, egal was passiert. Selbst wenn dieser sich auf eine Kur begäbe, wozu durchaus zu raten ist, kommt es darauf an, inwieweit die Kommunikation aufrechterhalten und was genau kommuniziert wird. Mit folgenden kritischen Symptomen sollte der Intimpartner rechnen:

  • mangelnde Kommunikation wechselt mit überbordenden, erschöpfenden (nächtelangen) Diskussionen
  • Sex gerät aus dem Rhythmus, wobei sich manische Zuwendung mit totaler Verweigerung abwechseln können (adäquat den Gesprächen)
  • Intimität kann vom Burnout-Betroffenen entweder gar nicht oder nicht nach den Wünschen der Partnerin/des Partners hergestellt werden, was Frauen als Angehörige überaus belastet
  • massive Drogenprobleme, möglicherweise Aggressionen und Gewaltausbrüche, aber auch große Suizid- und Unfallgefahr
  • Schlaflosigkeit des Burnout-Betroffenen belastet den Haushalt
  • finanzielle Probleme
  • ambivalente Meinungen, Schwankung zwischen „Rettungsanker Ehepartner“ und „wir müssen uns trennen“
  • je nach Charakter eventuelle Tendenz zu außerehelichen Flirts und dem Versuch sexueller Ausbrüche, wobei Männer einen fatalen Hang zu Prostituierten entwickeln können

All diese Symptome sind der Versuch des Betroffenen, seine Situation zu bewältigen, die sich ihm bisweilen als Gefängnis von Verpflichtungen darstellt. Wichtig für den Intimpartner ist dabei, dass auch mit großem Pathos vorgetragene Ansichten – „du musst mir helfen und mein Leben retten“, „ich kann mit dir nicht leben, nur eine Trennung rettet mein Leben“ – keinesfalls auf die Goldwaage gelegt werden dürfen. Wenn es zur Trennung kommt, vollziehen diese die beiden Partner stets nach dem Burnout, wenn sie sich auf einer neuen Beziehungsebene, das Burnout-Opfer möglicherweise auf einer neuen sozialen Stufe wiederfinden. Dahin muss es aber nicht kommen. Die Partnerin/der Partner könnten auf folgende Weise kontraproduktiv kooperieren:

  • auf Diskussionen eingehen und versuchen, die Argumente des Burnout-Opfers verzweifelt zu widerlegen – kontraproduktiv
  • auf Sex drängen oder sich dem Sex dauerhaft verweigern – kontraproduktiv
  • den Betroffenen nach einem heftigen Konflikt allein lassen – kontraproduktiv und für den Betroffenen möglicherweise lebensgefährlich
  • inkompetente, negativ eingestellte Dritte einbeziehen, zum Beispiel die eigenen Eltern, die den Partner latent nicht mögen („er ist nicht gut genug für dich“) – kontraproduktiv

 

Die produktive Kooperation geht keinesfalls auf alle Schikanen des Burnout-Opfers ein, sondern wendet folgende Strategien an:

  • gesundes Maß zwischen Nähe und Distanz
  • in ruhigen Momenten die Versicherung, dass frau/man bedingungslos zum Partner/zur Partnerin steht
  • Kinder aus der „Schusslinie“ bringen, ihnen die Situation erklären
  • entlastende Momente inklusive behutsamer Sexualität und Intimität schaffen
  • eigene Ruhezonen schaffen, dies dem Betroffenen unbedingt erklären
  • sich gemeinsam mit dem Betroffenen intellektuell mit der Thematik auseinandersetzen
  • prinzipielle Diskussionen um die Beziehung strikt vermeiden – kennengelernt hat man sich ohne Burnout, miteinander weiterleben wird man auch ohne Burnout
  • größte Behutsamkeit mit Informationen gegenüber der Außenwelt, diese mit dem Betroffenen unbedingt abstimmen

Im besten Fall beweisen sich die Partner in dieser wirklich schweren Krise ihre Liebe, die Beziehung geht gestärkt daraus hervor. Wenn das nicht geschieht, hat sich dennoch niemand etwas vorzuwerfen. Burnout ist eine so schwere Krankheit, dass von Angehörigen Übermenschliches abverlangt würde, sollten sie wirklich alles richtig machen.

24 Kommentare

  1. Hallo!
    Diese Seite ist wundervoll: ehrlich, informativ und hilfreich. Mein Partner hatte einen Burnout – und leider keine Kleinigkeit, die Sie hier beschreiben, ist ihm und uns erspart geblieben – er trennte sich von mir, ich zog aus der gemeinsamen Wohnung aus. Zu dieser Zeit habe ich verzweifelt und hoffnungslos viele Foren besucht und mich beraten lassen, doch keiner brachte das, was Sie hier beschreiben, so gut auf den Punkt. Wir sind mittlerweile wieder ein Paar – dank seiner Therapie – und dank solcher Worte, wie Sie sie hier geschrieben haben. Wenn es solche Seiten wie die Ihre nicht gäbe, hätte ich vieles nicht verstanden und einordnen können. Ich hoffe, dass Sie noch viel mehr Menschen damit helfen können! Mir haben Sie geholfen. Vielen Dank dafür und alles Gute!

    • Liebe Jana,

      vielen Dank für die lieben Worte. Ja, es ist wirklich schwierig diesen Weg zu gehen, wie auch immer er sich im Detail ausprägt. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Ihre Geschichte zeigt, dass Hoffnung bis zum Ende reicht.

  2. Ich suche jetzt seit ein paar Stunden nach Infos wie ich mich gegenüber meinem Freund (Kumpel) verhalten soll, da er sich in klinischem Aufenthalt befindet und ich die ganze Sache einfach nicht verstehen kann. Seit ich diese Seite gelesen habe fange ich an die Sache zu kapieren …. aber nur langsam. Dieses BurnOut ding ist echt kompliziert!

    • Hallo,

      du hast Recht. Es ist wirklich schwer nachzuempfinden, was dort alles in dem Menschen passiert, der einen Burnout erleidet. Aus eigener Erfahrung kann ich z.B. Selbsthilfegruppen zu dem Thema Burnout/Burnout für Angehörige empfehlen (Google hilft dir eine zu finden 😉 ). Dort sind Menschen zu treffen, die ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen. Ebenfalls hilfreich kann ein Gespräch bei einem Seelesorger oder Therapeuten sein, damit du es für dich „klar bekommst“.

      Viel Kraft und Erfolg!

  3. Ich finde auch, dass Sie die Erkrankung gut beschreiben. Ich kann das aus zwei Sichtweisen bestätigen: ich war selbst drei Jahre schwer an Burnput erkrankt. Da durchzugehen, ist fast nicht auszuhalten. Auch ich habe mich in der Endphase von meinem Mann getrennt – aber dann kamen wir schnell wieder zusammen, und es war herrlich miteinander.
    Und nun, nachdem ich ungefähr eineinhalb Jahre gesund bin, bricht mein Mann zusammen. Jetzt lerne ich die Sache von der Seite der Burnout-Angehörigen kennen. Ich verstehe ihn recht gut, denke ich, trotzdem fühlt er sich unverstanden.

    Ein Auslöser für seinen Zusammenbruch sind die Veränderungen in meinen Lebensansichten. Diese Veränderungen haben mich gesund gemacht, und ich bin im Nachhinein dankbar für den Burnout, weil das Leben hinterher so viel besser ist. Aber mein Mann hat wenig Verständnis für meine neuen Ansichten, vor allem, weil ich auch Handlungen folgen lasse. So gibt er mir die Schuld an seinem Befinden – ich weiß jedoch, dass ich nicht die Ursache, sondern der Auslöser bin.

    Ich werde durchhalten – ich weiß, es kann Jahre dauern. Aber ich freue mich auf die Zeit danach – dann sind wir beide seelisch gesünder als vorher. Und das kann einer Beziehung nur gut tun. (WENN er sich nicht von mir trennt – er hätte ja irgendwie das Recht dazu, ich habe es schließlich auch getan. Dann hoffe ich, dass es wie beim letzten Mal ein Befreiungsschlag wird, und nicht eine Trennung für immer.)

    • Erstmal: Viel Erfolg, Kraft und auch Glück für deine Lebenssituation.

      Ja, durch einen Burnout wird das ganze System in dem man lebt berührt. Besonders, wenn Menschen sich anfangen zu verändern und diesen Veränderungen auf Taten folgen lassen, kann es einige Zeit dauern, bis sich die Konstellation wieder beruhigt hat.

      Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es zwar ein schwerer Weg ist aber es lohnt sich. Oftmals wird die Kraft und der Wille für eine tiefgreifende Veränderung erst durch einen tiefgehenden Einschnitt möglich. Daher sehe ich einen erlittenen Burnout als Belastung und auch als Chance.

  4. Hallo…
    Ich bin so froh dies hier zu lesen.
    Mein Freund arbeitet sich seit anfang März kaputt…schon vorher waren 250 std im Monat keine Seltenheit…
    Jetzt aber sind es 300 std und mehr.
    6-7 tage wochen sind nichts…
    Nun fing es so an das er Streit zwischen uns provoziert hat,indem er ständig mit einer anderen Frau in Kontakt war,was ich nicht wollte.ich bin daraufhin gegangen.
    Irgendwann sagte er das er das nur mache damit ich ihn auch „scheisse“ finde…
    Ein srändiges hin und her seit dem 1.6.
    Er meldet sich immer weniger und irgendwann garnicht mehr…
    Stehe ich unangemeldet vor seiner Tür,freut er sich riesig,weicht mir nicht von der seite und überhäuft mich mit Zärtlichkeiten…
    Seit 4 tagen bin ich nun wieder bei ihm,nun ist mein hund der Störenfried…er will ihn nicht in seiner Wohnung haben etc.
    Vorher war mein Hund nie ein Problem.
    Er verhält sich so ambivalent…
    Leidet an starken Rückenschmerzen,Kopfschmerzen,schläft sehr schlecht und hat kaum Apetit…
    Er sagt immer er hat keine Zeit zum Arzt zu gehen.
    Ich rede jeden Tag mit ihm…aber ich gehe kaputt daran.ich möchte ihm helfen,meinen alten Partner zurück…
    Er mag nicht mit mir reden…
    Habe wirklich Angst etwas falsch zu machen…
    Soll ich ihn allein lassen oder soll ich bleiben?
    Ich verstehe das er gerade nicht anders kann aber es ist so überaus schmerzhaft keine oder nur wenig liebe zu spüren…
    Wir gehören zusammen…
    Habt ihr Tipps für mich wie ich jetzt weiter vorgehen soll??
    Danke euch im vorraus….

    • Hallo Steffi,

      ja, das ist eine sehr kraftraubende Situation und dies sicher für euch beide. Leider gibt es kein „richtig oder falsch“. Ich denke, dass es in jedem Fall wichtig ist einen Arzt hinzuzuziehen. Wenn dein Partner mag, dann gerne auch für ihn, was du aber in jedem Fall beeinflussen kannst, dass bist du selber… Hier kann eine Beratung helfen.

      Ich hoffe, dass hat dir erstmal geholfen. Alles Gute und viel Kraft für euch beide!

  5. Hilfe bei mir ist es so das mein Partner seit 2-3 Jahren mit burnout zu tun hat. Seit etwa 1,5Jahren ist er mehr oder weniger in Behandlung wenn es ihm etwas besser geht meint er er müsse nichts mehr tun und ist euphorisch um kurz darauf wieder zusammenzubrechen. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll damit er am Ball bleibt. Ich weiß das Vorwürfe nichts bringen und trotzdem habe ich sie ihm gemacht. Im Moment habe ich ihm gesagt das ich eine Trennung in Erwägung ziehe, was er auf keinen Fall will aber ich kann nicht mehr.

    • Hallo Petra,

      diese Hochphasen nach einer depressiveren Phase, kann ich aus eigener Erfahrung nachspüren. Ich glaube, dass es zu dem Symptombild einer Burnout-Erkrankung „dazu gehört“. Es kostet viel Kraft diese Zeit mit dem Partner zu durchleben, vor allem, wenn du das Gefühl hast, dass sich nur wenig oder auch nur langsam etwas ändert. Wie gesagt, ich bin kein Arzt und kann nur aus eigener Erfahrung zu dem Thema Burnout-Angehörige teilen. Sicher ist es gut, wenn du dazu das Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten suchst. Evtl. kann dir auch eine seelsorgerliche Beratung weiterhelfen, wenn du dafür offen bist.

      Viel Kraft wünsche ich dir!

      • Hallo,

        Mein Mann fing im Oktober 2013 an, meine Tochter, damals 15 zu fragen, ob sie mit ihm ausziehen würde. Sie verneinte Er schrieb mir von heute auf morgen keine Nachrichten mehr, ich bekam keine Anrufe und er zog sich zurück. Dann sagte er mir, das es vorbei wäre, er empfinde nichts mehr für mich. Seine Tochter wollte er auch nicht mehr sehen. Nur noch Stress mit ihr. Nach vielen furchtbaren Streitigkeiten mit Kofferpacken und mehrtägigen Auszügen meinerseits schliefen wir dann ein Jahr getrennt, weil er meine Nähe nach 19 Jahren nicht mehr ertragen konnte. Das hat er mir so gesagt. Bereits im Dezember vermutete ich durch Infos im Internet einen Burnout und legte ihm die Symptome vor. Doch er tat das einfach ab und ich wäre schuld. So ging das bis in den Sommer 2014 hinein. Ich war so verletzt und er hatte nicht ein Wort für mich über und ignorierte mich komplett. An einem Dienstag im Sommer stand ich dann in einem Einkaufsmarkt und ich dachte ich bekomme einen Schlaganfall. Es drehte sich alles und ich blieb erst mal auf einer Kiste im Markt sitzen. Darauf hin bin ich zu meiner Hausärztin und habe ihr alles erzählt. Seine Selbstmordabsichten ( Wie es wohl wäre mit 100 vor einen Baum zu fahren ) und vieles mehr erzählte ich ihr. Sie sagte er müsse sofort kommen, doch was tun wenn er nicht will. An diesem Tag brach mein Mann, der schon ein halbes Jahr nicht mehr richtig geschlafen hatte auf der Arbeit zusammen und ging, ohne das er von meinem Besuch dort wusste auch zu der Ärztin. Die setzte sofort alle Hebel in Bewegung, schickte ihn umgehend zum Neurologen und zu einem Therapeuten. Dann wurde es noch verrückter. Der Therapeut riet ihm, mich zu verlassen…..Ich hatte nichts gemacht, wir waren die letzten 19 Jahre so glücklich, ja Seelenverwand. Dann kam er 7 Wochen in Kur und ich merkte, das er sich wieder fing, wollte plötzlich wieder eine gemeinsame Zukunft. Doch jetzt ein Jahr nach der Kur sind wir weiterhin von Intimitäten weit entfernt. Selten ein Kuss, häufiger in den Arm nehmen und ansonsten geht er seinem Hobby nach und regelt zu Hause nichts. Alles, was das Haus betrifft muss ich regeln, Versicherungen, Finanzamt, renovieren. Er beschwert sich nur über die Arbeit, lässt den ganzen Frust bei mir ab und mir fehlt so seine Nähe. Einmal habe ich ihn darauf angesprochen, da stand er weinend vor mir und sagte er hätte wieder versagt und müsste wieder in Therapie, geht aber nicht dort hin. Jeden Abend misst er Fieber und bildet sich Krankheiten ein. Sein Kopf ist nicht frei. Auf der Arbeit setzt er sich nicht durch, arbeitet mit vielen Frauen, deren Gerede er nicht mehr ertragen kann. Vorher war er da sehr beliebt und Hahn im Korb, jetzt meidet er da alle, provoziert und wundert sich das ihn jetzt alle meiden. Er rennt vor seinen Problemen weg. Ein Arbeitswechsel würde denke ich auch nicht helfen, da er nicht den Mund aufmacht. Zuhause macht er was er will, nur nicht was wir wollen. Ich habe heute wieder so einen Tag, wo ich nicht weiter weiß. Wann wird das alles mal besser mit ihm. Er sagt er kommt sehr gerne nach Hause. Aber in seinem Kopf ist zuhause sein Hobby, aber nicht ich und wäre eine weitergehende Therapie nicht Pflicht nach so einer Kur. Er hat auch noch nie wirklich mit mir über die Krankheit gesprochen, seine Geschwister meiden mich, seit er in Kur war und er sagt mir nicht warum. Wer weiß, was er denen damals erzählt hat. Als ich ihn darauf angesprochen habe, warum die das tun, antwortet er nicht. Wie muss ich mich verhalten, darf ich ihm denn gar nicht sagen, wie weh mir sein Verhalten, seine Distanz tut ? Ich möchte so gerne meinen Mann wieder haben :(

  6. Hallo!
    mein Freund hat sich gestern von mir getrennt aus heiterem Himmel. Wir sind erst seit einer Woche aus dem Urlaub zurück und haben uns vor 5 Tagen noch eine Wohnung angeschaut da wir zusammen ziehen möchten.
    Ich hatte vor unserem Urlaub schon das Gefühl dass er ein Burnout erleidet, jetzt bin ich mir sicher dass es eins ist. er leidet schon seit Jahren an starken Depressionen, war auch in Behandlung. es wurde sogar schonmal ein Burnout diagnostiziert aber er hat sich nur erwas krank schreiben lassen und mehrmals den job gewechselt um dann immer wieder festzustellen dass er unzufrieden ist. ich habe ihn immer unterstützt, ihm seinen Freiraum gelassen wenn er ihn wollte jnd war da wenn er mich brauchte.
    Jetzt sagt er die Gefühle wären nicht mehr so stark, ich hätte nichts falsch gemacht, er will frei sein, er will mich nicht verletzen und das wäre jetzt die richtige Entscheidung. Es wäre ihm dogar ein stein vom Herzen gefallen dass er es beendet hat. seine Familie und ich sind alle total geschockt und ich will und kann es gerade nicht akzeptieren was da los ist. weil wir uns für eine gemeinsame zukunft entschieden haben und er mich liebt, da ist LIEBE! die kann nicht weg sein! ich bin nochmal zu ihm gefahren um ihm zu zeigen dass ich um ihn kämpfe und dass ich ein Burnout vermute. warum trennt er sich von mir? er sagt ich soll mir keine Hoffnungen machen und dass er mich nichts versprechen kann.
    Soll ich ihn jetzt erstmal in Ruhe lassen? wie und wer kann ihn zum arzt bewegen?
    achso etwas komisches hat er noch gesagt „wenn ich merke dass ich dich vermisse, werde ich damit klar kommen“
    Ich komme mir vor wie in einem schlechten Film.

    Gruß Nine

    • Hallo,
      ich habe gerade Deinen Beitrag gelesen und erlebe gerade genau das gleiche. Mein Freund sagte mir auch, seine Gefühle wären nicht mehr so wie noch vor einem Jahr, die vielen Streitereien, Vorwürfe weil er zu viel arbeitet usw. Am 31.10 hat er mir dann einfach den Schlüssel in den Briefkasten geworfen und reagiert seither auf keine Nachrichten mehr. Zwischendurch bekomme ich mal kurze Antworten, so alle drei bis vier Wochen, aber eben nur kleine Sätze. Ich habe mich nun intensiv mit dem Thema Burnout auseinandergesetzt und bin mir sicher, dass er es hat. Er ist normalerweise nicht der Mensch, der sich so zurückzieht. Wir wollten auch zusammenziehen, aber er macht seit sieben Jahren mit seiner Scheidung rum und seine Frau versucht mit allen Mitteln, diese hinauszuzögern. Mitte des Jahres kamen dann viele finanzielle Probleme dazu, außerdem durfte er nicht mehr Auto fahren, weil seine Zuckerwerte zu hoch waren (er fährt Kundendienst Bereich Abwassertechnik, hat fast jedes Wochenende Bereitschaft gemacht), um seine finanziellen Probleme zu lösen, hat er in der Endphase durchweg jedes Wochenende zusätzlich private Arbeiten gemacht, es kamen weitere Lohnpfändungen hinzu und und und. Er hat vorher schon viel zu viel gearbeitet, aber er wollte eben mit aller Gewalt die Schulden loswerden. Er wusste auch, dass ich das Haus, in das wir gemeinsam ziehen wollten, nicht alleine bewätigen kann. Vor ein paar Wochen hat er mir dann erzählt, dass er gekündigt hat. Das hätte er niemals gemacht. Ich gehe einfach davon aus, dass er nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten. Er antwortet mir jetzt seit zwei Monaten nicht, aber ich schreibe ihm immer noch, weil ich ihm damit einfach zeigen will, dass ich trotzdem für ihn da bin. Es ist sehr schwierig, ruhig zu bleiben. Sobald man das Wort Scheidung, Geld oder Ehefrau erwähnt, wird er sofort aggressiv, was ich absolut nicht von ihm kenne. Trotzdem spüre ich wie du, dass die Liebe immer noch da ist. Ich bin mir ganz sicher. Er liest jede Nachricht von mir, gibt nur keine Antwort. Er will aber auch nicht einsehen, dass er an Burnout leidet und holt sich auch keine Hilfe. Ich hoffe nur, dass er sich die dringend benötigte Ruhe gönnt und es vielleicht so aus diesem Tief rausschafft und unsere Beziehung eine neue Chance bekommt. Ich habe ihm in den letzten Monaten immer wieder gesagt, er solle doch einfach sagen, dass ich ihn in Ruhe lassen soll, das hat er nicht gemacht. Würde mich interessieren, wie es bei Dir weitergegangen ist. LG Kerstin

  7. Hallo,
    vielen Dank für die Seite. Ich bin verheiratet und wir haben ein Kind. Bei meinem Mann wurde es noch nicht eindeutig diagnostiziert, aber fast alle Symptome kommen bei ihm vor. Es zieht sich jetzt schon ca. 2 Jahre alles so hin. Zum Glück ist er jetzt damit einverstanden, dass er Hilfe braucht. Ich habe ihm dann gleich einen Termin besorgt. Das ist mein Hoffnungsschimmer, dass wir wieder als Familie und als Paar glücklich werden. Beinah hätte ich und ich glaub auch er fast aufgegeben. Ich will jetzt nochmal kämpfen für uns. Ich bin so oft traurig und auch frustriert über vieles. Am meisten Kummer und Schmerz bereitet mir: wenig Zeit für unser Kind und mich, wo ist die Liebe und die Nähe und Zärtlichkeit hin, ich hätte kein Verständnis, keiner mehr da der für meine Probleme eine Hilfe ist, keine Anerkennung für alles was ich auffange, keine Freude mehr an allem und alles ist negativ, ich habe nicht mehr den Mann vor mir den ich mal geheiratet habe. Ich hoffe so sehr das wir das schaffen für ihn, uns und für unser Kind. VG

  8. Hallo,
    Ich bin seit Mai mit jemanden zusammen. Er hat mir ziemlich früh reinen Wein eingeschenkt und mir gesagt, dass er vor 4 Jahren einen Burnout hatte. Er arbeitet in der Pflege, springt oft ein, macht sich m.e. kaputt damit. Die ersten 2 Monate War alles total toll. Dann hat er sich Anfang Juli einen Welpen angeschafft und ab da konnte ich fast täglich zusehen, wie es ihm schlechter geht. Er wirkte total zerstreut, vergaß viel, War immer kaputt und müde. Ich habe dann am vergangenen Wochenende angesprochen, ob ihm alles vielleicht zuviel wird, wie ich ihm helfen kann. Er wusste es nicht. Ich habe dann den Vorschlag gemacht, mich zurückzuziehen, sodass er Zeit für sich hat, aber das er sich jeder zeit melden kann, wenn er mich braucht. Ich bin dann da. Heute War er nun bei mir und hat alles beendet. Er könne mich nicht glücklich machen, sei kein beziehungstyp, hat sich das nur eingeredet und sieht keinen anderen weg. Ich bin total fertig.
    Ich leide auch an einer psychischen Krankheit – Borderline. Ich bin seit 2 Jahren in Behandlung und habe es gut in Griff, aber ich weiß, dass ich es ohne meine Menschen um mich Rum nicht hätte schaffen können.
    Wie kann ich mich jetzt richtig verhalten, sodass ich ihn nicht überforder, aber ihn auch nicht verliere? Bitte helft mir!

  9. Hallo,
    meine Frau hatte 2010 ein ziemlich starkes Burnout. Ich hatte ihr da, zusammen mit dem behandelnden Arzt, geraten eine Langzeittherapie zu machen. Nach etlichem Zureden war sie dann bereit in eine Klinik nach Bad Zwischenahn, für 4 Wochen, zu gehen.
    Danach war zunächst alles gut – zumindest aus meiner Sicht. Natürlich gab es Höhen und Tiefen.
    Seit letztem Jahr hat sie ein, ich möchte schon sagen, zerstörtes Verhältnis zu ihrer Schwester und deren beiden Kinder. Aber anstatt, dass sie die links liegen lässt, so wie ich das „einfach“ sage, macht sie sich ständig Gedanken. Das gipfelte dann in einer Kurzzeitbehandung in einer Klinik und seit her ist sie auch bei einem Psychologen ambulant in Behandlung. Nach Anfangserfolgen, musste sie dennoch Medikamente einnehmen. Das war zwar nur eine geringe Dosis, aber man merkte sofort den Unterschied. Dann kam wieder ein Zusammenbruch und letztendlich wurde die Dosis verdoppelt. Mit dieser Dosis ging es das letzte halbe Jahr ziemlich gut, so habe ich das zumindest gesehen.
    Jetzt waren wir zusammen vom 01.11. bis 15.11.im Urlaub. Alles schien bestens. Am 17. Hatte sie wieder einen Termin beim Psychologen. Zu diesem Termin war ich mit. Der nächste Termin fand dann am 25. Nov. Statt. Als sie davon nach Hause kam, sah ich schon, dass es ihr nicht gut ging. Wir haben auch kurz miteinander gesprochen. Ich weiß jetzt auch, dass ich das alles nicht ernst genug genommen habe.
    Jedenfalls als ich am nächsten Tag Abends von der Arbeit nach Hause kam, lag ein Zettel auf dem Tisch, in dem sie mir mitteilte, dass sie körperlich und seelisch total am Ende ist und keinen anderen Ausweg mehr sieht als auszuziehen. Ich war total geschockt, damit hätte ich nie gerechnet. Als ich das dann etwas „verdaut“ hatte versuchte ich sie am Handy zu erreichen. Das gelang dann auch und wir haben kurz miteinander gesprochen und vereinbart, dass wir uns letzten Samstag treffen. Sie kam zu mir nach Hause (auch ihr zuhause). Wir hatten uns viel Zeit genommen und ausführlich miteinander gesprochen (insgesamt 9 Stunden). Ich machte ihr keine Vorwürfe, sondern bat sie um Verständnis, dass ich die Krankheit total unterschätzt habe. Ich sicherte ihr auch zu, dass ich weiterhin zu ihr halten würde und dass es doch gelacht wäre, wenn uns diese Krankheit auseinander bringen sollte.
    Am Nachmittag sind wir bei ihrer Mutter vorbeigefahren um auch mit ihr zu sprechen.
    Anschließend sind wir zusammen in die Pension gefahren, in der sie zurzeit untergekommen ist. Dort hat sie bis zum 20.12. eingecheckt und will auch erst mal dort bleiben. Ich drängte sie auch nicht, auch wenn ich das am liebsten getan hätte, doch vorher zu mir zurückzukehren. Ich sagte zu ihr nimm dir die Zeit, die du brauchst. Sie meinte dann auch, ja längstens bis zum 20.12. Wir haben vereinbart, dass wir uns am nächsten Samstag wieder treffen. Bis dahin wollen wir keinen Kontakt haben. Ich habe ich dennoch am Sonntag eine Mail geschrieben und mich dafür bedankt, dass sie den Mut gefunden hat zu mir zu kommen und für die Gespräche. Ich hoffe das war jetzt nicht falsch.
    Sie fehlt mir sehr und ich hoffe, dass wir wieder einen Weg finden werden. Leicht ist das für mich nicht.
    Ich habe auch Angst etwas Falsches zu sagen und damit alles aufs Spiel zu setzen. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben?

  10. Danke, Danke für diese klaren Worte.

    Genau so ist es und endlich gibt es einen kleinen Handzettel für Partner…
    Es geht immer nur um den Betroffenen und keiner scheint zu sehen, das der Familie auch die Luft ausgeht, bei allem Verständnis und aller Liebe…!

    17 Jahre dachte ich das alles um uns zusammen brechen könnte, nur wir als Familie sind wie ein Anker den nichts erschüttern kann.. aber dann gab es einen Tag vor ca 2 Jahren , der alles veränderte… bis heute kommt es mir so vor, als hätte mir jemand gesagt ; ihr Mann hatte einen Unfall , lebt im selben Körper ist aber ein Fremder für sie geworden.

    Vieles wie hier geschrieben, trifft auf uns zu.

    Eigentlich bin ich ein fröhlicher Mensch, mit vielen Worten, aber ich habe kaum noch Worte und mein Lachen hab ich irgendwo auch verloren…

    Nun ist mein allerliebster in der Klinik und ich hoffe so sehr, das wir gemeinsam den Weg der vor uns liegt schaffen… aber mit der Angst, bleibt der Partner allein zu Haus , da es schwer ist zu verstehen.

  11. Hallo…..
    Dies ist das erste Mal, dass ich in einem Forum schreibe…..
    Auch ich bin eine Betroffene Angehörige. Der Burnout-Erkrankte ist mein (noch) Ehemann. Es ist wohltuend endlich eine Seite gefunden zu haben die sehr gut beschreibt und tatsächlich auch einmal die Angehörigen im Blick hat. Denn auch für diese bricht die Welt zusammen – für mich leider im wahrsten Sinne des Wortes.
    Es ist ein schleichender, langwieriger (2 bis 3 Jahre) Prozess, der das Zusammenleben mit dem Partner ganz allmählich immer unerträglicher macht, ohne das man das ganze aufhalten kann bis es zum großen „Knall“ kommt.
    Es kann tatsächlich sehr viel verkehrt ablaufen – angefangen damit, von Kliniken und Ärtzen auf Anfragen stets zurückgewiesen zu werden und überhaupt nicht einbezogen zu werden als sei man eine außenstehende, fremde Person. Auch von Ärzten keine unterstützenden Informationen zu bekommen bezüglich des eigenen Verhaltens, was und wie man helfen könnte.
    Dazu kommt der Druck den Verwandte aufbauen – sage dies, damit er zur Besinnung kommt- tue das, damit er wieder der Alte wird – wie? Es funktioniert nicht? Dann liegt es an Dir. Du machst es falsch, bist schuld!

    • Keine Schuld! Außer die des Burnouts. Du bist vermutlich nicht fehlerfrei (in einer Beziehung werden Fehler begangen, wenn sie halbwegs normal ist.) ABER bitte nein, Du bist hier in keinster Weise die Schuldige. Ich erlebe mit einem geliebten Menschen etwas ganz Ähnliches wie Du. Etwas Schreckliches, von dem ich nie dachte, dass es je passieren könnte. 1000 gute Wünsche für Deine Situation!!!

  12. Ich leide unter burn out seit ca. ein paar Tage vor den Weihnachtsferien .Es hat sich langsam eingeschlichen. Man war erst erschöpft. Dann langsam man will nur noch schlafen und man fühlt sich krank , wie bei einer schweren Grippe! Ich möchte weiter machen . Es geht nicht man fühlt sich wie gelähmt! Jeder Schritt fühlt sich an wie Blei! Es kotz einen nur noch an.Als ob mich jemand festhalten würde.Was nehmt ihr dagegen ein oder was tut ihr damit es besser wird?

  13. mir ist aufgefallen das ich mich hier in einem Hilfeforum für Angehörige befinde.Ich bin für mich selbst verantwortlich und bin mein eigener Angehöriger. Vieleicht gibt es irgendwas oder einen Tipp was man bei einem Burnout vieleicht für Pflanzliche Mittel oder ob man das bevor man das bekommt irgendwie verhindern kann , dass es erst gar nicht erst soweit kommt? Gibt es da ein Rezept oder irgendetwas was man selbst zubereiten kann? Etwas was nicht unbedingt auf Chemischer Basis basiert?

  14. Mir hat eine zeitlang Cola sehr gut geholfen aber das wirkt nicht mehr so wie am Anfang. Ich dache erst es liegt an meinem Blutzuckerspiegel etc….Dem ist leider nicht so.Vieleicht gibt es irgendwelche Nahrungsmittel etc. die eine wieder wach werden lassen?Außer der schärfsten Chily, dass hab ich schon probiert. Man war erst wach aber gebrannt wie Hölle! Alternativen?

    • Rhodiola Rosea-Kapseln, Johanniskraut-Tabletten, Vitamin B12 hochdosiert und Folsäure 5 mg – das ist ein denkbarer „Cocktail“ aus Nahrungsergänzungsmitteln, der in bestimmten Fällen unterstützend wirken kann (für Burnout-Betroffene, auch für deren Angehörige).

  15. Danke! Mehr fällt mir gerade nicht ein. Aber das mehr als von ganzem Herzen!

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